der Samstag
Um 8:30 Uhr wurde zum Frühstück gebeten. Das wurde uns in einem schönen externen Gastraum einige Straßen weiter vom Dorfhaus, wo wir feierten, serviert.
Zunächst stand eine große Pfanne gut gewürztes Rührei auf dem Tisch. Später kamen dann noch zentimeterdicke Scheiben Braten und gekochter Schinken dazu. Obwohl ich morgens nicht viel runterkriege, langte ich hier tüchtig zu. Auf die paar Kalorien mehr kam es jetzt auch nicht mehr an, der angesammelte Winterspeck würde hoffentlich im Laufe der Zeit etwas zerschmelzen ... die Waage zuhause zeigte mir am Sonntag abend einen Wert an, der mich in Schreikrämpfe ausbrechen ließ ... aber das wußte ich beim Frühstück noch nicht und futterte ohne Reue kräftig mit.
Das Wetter war hervorragend. Für den Nachmittag hatte Proplanta Gewitter angesagt, aber der Nachmittag war ja noch lang hin!
Um 11 Uhr sollte die Ausfahrt sein. Ich suchte mir einen Fahrer und freute mich schon auf das Sozia-Dasein.
Es sammelten sich immer mehr Teilnehmer, der ganze Platz stand später voller Maschinen. Einige mußten leider abreisen, wegen familiärer Termine - andere kamen dazu. Das schöne daran: ein bunt gemischter Haufen Leute, die sich allesamt sofort verstanden. Egal, ob nun VN-Fahrer, BMW-Mädels oder andere Modelle ...
Dann wurde zur Ausfahrt gehupt. Der Chef gab noch eine Ansage, wie wir im Konvoi zu fahren hätten. Das war besonders wichtig, weil wir einige Neulinge dabei hatten, die noch nie in einer so großen Gruppe mitgefahren waren. Einer war sogar noch nie mit Choppern mitgefahren - er war eher auf der Rennstrecke zuhause und bekam gleich bei der ersten kurzen Rast von mehreren Seiten den Hinweis, was er ab da anders machen müsste.
Konvoi-Regeln: KLICKKLICK
Die Truppe sammelt sich ...
An die 30 Maschinen donnerten dann durch die kleine Straße. Bei so einer großen Menge mußte vernünftig geblogt werden, was aber hervorragend funktionierte. Die Vulcanier sind diszipliniert und halten sich streng an die Regeln.
Wer aus der Reihe fährt, bekommt schnellstmöglich entweder einen unmissverständlichen Hinweis oder fliegt bei nicht beachten bei der ersten Gelegenheit raus aus der Truppe. Was ich verstehen kann - ohne Disziplin läuft da nichts rund, und schließlich wollen alle ihren Spaß haben und ohne Blessuren unterwegs sein.
Unser Ausflugsziel war Schloß Hartenfels in Torgau an der Elbe. Ein Traumwetter, Traum-Location und meine geliebte Elbe war auch noch da. Heike-Herz, was willste mehr!?!
Halb taub von der Fahrt, aber total entspannt verließ ich meinen fahrbaren Untersatz und freute mich über das schöne Ziel.
Die Gaststätte bewältigte den Ansturm der Gesellen profimäßig und gekonnt. Das Essen war schnell da - die Preise erträglich, was mich verwunderte, denn mit Blick zur Elbe, und direkt im Windschatten von einem Schloß hätte ich deutlich teurere Beträge erwartet - und die Stimmung war nach Eis, Kuchen, Salat und/oder SchnitzelBratkartoffelnBratwurstUndSoWeiter allerbest.
Nachdem ich gesättigt war, stapfte ich mit noch anderen einen steilen Weg hoch zum Burghof. Was für eine Kulisse, und das nur von unten!
Freier Gummibär beäugt eingegitterten braunen Bären
Das Schloß hat im Burggraben ein Bärengehege. Ich will mal dem Schild hier glauben, dass die Bären in guter Obhut sind.
Seit meinem zweifachen Besuch im Alternativen Bärenpark Worbis sehe ich so eine Haltung mit SEHR gemischten Gefühlen ... Zoo ist irgendwie nichts für mich ... ich sehe die Tiere lieber in der Natur. Den Pflegern sei trotzdem gedankt, dass sie sich so gut es ihnen möglich ist um das Wohl der Bewohner kümmern.
Ein besonderes Foto - Motorradfahrer weit ab von ihrer natürlichen Umgebung: weit weg vom Motorrad, und von einer Eisdiele - und dann noch ZU FUSS
Gesättigt und gut gelaunt ging es an die Rückfahrt, die deutlich lässiger ausfiel. Ein satter Biker ist ein gemütlicher Biker ist ein geruhsamer Chopperfahrer.
Das war schon ein doller Anblick, wenn ich nach vorne schaute und die große Truppe sah. Gewaltig!
Leider verpaßten wir eine Abordnung aus dem schönen Thüringen um Haaresbreite, aber wer zu spät kommt oder nicht richtig auf dem Plan hatte, wann es losgeht bzw. wann der Trupp wieder ankommt, der muß halt mit den Konsequenzen leben - zuspät-Fred zu spät ... sie waren in der Zwischenzeit von den Daheim-Gebliebenen trotzdem gut verköstigt worden. Hungrig ging hier keiner vom Hof an dem Wochenende!
Andere neue Gäste waren angereist und begrüßten den Konvoi erfreut. Die freien Gummibären wurden vor ihrer Abfahrt noch ordentlich mit Kuchen vollgestopft - hier brauchte wirklich niemand zu verhungern, jawoll!
Mir hat die Truppe supergut gefallen. Durch die Bank weg individuell und herzlich, mit einem göttlichen Humor und Leipziger Schnauze gesegnet, und bei der Ausfahrt bewiesen sie eine perfekte Integration in den bunt gewürfelten Konvoi.
Ab sofort werde ich die Goldbären aus der Tüte mit anderen Augen ansehen, das könnt ihr mir glauben ;-)!
Auch die nette Mitfahrende auf der nagelneuen BMW hat ihre Sache sehr gut gemacht. Daumen hoch auch für Dich!
Während ich mich in der Pension frisch machte, ging der Gewitterschauer nieder - pünktlich wie angekündigt. Der Himmel hatte vorhin schon so graustichig ausgeschaut, aber nach einer halben Stunde war alles vorbei und die Sonne kam zum Abend wieder hervor. Perfekt für das Grillen!
Tischgespräche ...
Der mit-konvoi'te Rennfahrer kam abends auch noch dazu. Die Ausfahrt war für ihn ein Erlebnis gewesen. Er, der sonst meistens nur im Schnellmodus unterwegs war, hatte ein völlig neues Fahrgefühl kennengelernt - und da er abends wiederkam, hatten wir ihn wohl nicht abgeschreckt.
Das Grillgut verschwand innerhalb kurzer Zeit, und auch ein Topf mit Chili wurde fast bis zum Topfboden hin verspeist.
Aufmerksam wurde darauf geachtet, dass die Bons richtig abgestrichen wurden - die kleinen freiwilligen Helfer wurden später bei der Futterversorgung natürlich nicht vergessen.
Ich freundete mich mit der Familienhündin an, ein schlankes und gut trainiertes Tier. Die Schäferhunde des Nachbarn taten das, was alle Käfighunde tun: kläffen. Obwohl das Gelände wirklich groß war für eine Zwingerhaltung - sie hatten den Garten als Auslauf.
Irgendwie hatte der Nachbar wohl Angst vor bösen Buben. Also nicht vor uns, denn er kam ja sogar mal rüber auf einen Schwatz, während seine Hunde wie die Irren auf dem Gelände ihren Unmut kund taten. Das nachbarliche Kommando "Haltets Maul!" interessierte sie dann allerdings null.
Ich mag Meerschweinchen. Die sehen niedlich aus, machen keinen Lärm - allerdings bewachen sie ein Grundstück nicht so phonetisch effektiv. Aber ich habe ja kein Grundstück, insofern paßt es dann wieder ...
Der Abend wurde lang.
Wie gestern: gute Stimmung, gute und besserste Laune mit jedem Becher, mit jedem Scherz, mit jeder Stunde.
Die Nacht war ebenfalls wie die vom Vortag ... zuviel Kaffee, zuviel Bier, zuviel Cola etc. Aber die Hüftschmerzen waren fast weg!
Ich denke, das lag am Ratzeputz - das Zeug hat ja alles verätzt, warum also auch nicht solche weit ab vom Magen liegenden Schmerzen!





Torgau, echt? Ich war kurz nach der Wende oft beruflich dort und hatte in der Posthornstraße zu tun. War ein schönes DDR Vorzeige-Städchen und nicht in so schlechtem Zustand wie viele andere Städte und Dörfer drum herum.
AntwortenLöschenPrima, dass Ihr so disziplinierte KolonnenfahrerInnen seid. Mir macht das immer große Sorge, besonders, wenn man mit Motorradfahrern auf verschiedenen Skill-Leveln unterwegs ist.
Ja, Sonja - das ist auch genau der Grund, warum ich große Ausfahrten nicht selber mitfahre. Das Aufpassen auf meinen Vor- und Nebenmann ist die eine Sache, aber weiß ich denn, was die hinter mir so alles verbraten? Bei den Vulcaniern mag das gehen - aber jetzt Ende April ist die große Demofahrt in Salzgitter. Und bei gutem Wetter können da locker Tausende anreisen, die natürlich auch mitfahren wollen. Das ist definitiv für mich nur zum Ansehen. Mitfahren dort? Never ever. Schritttempo, ständig schleifende Kupplung - und das Kilometerlang. Und dann lauter Unbekannte.
LöschenKann man machen - muß man aber nicht.
Feine Sache so eine Ausfahrt. Und wenn sich alle an die KLICKKLICK Regeln halten....einwandfrei.
AntwortenLöschenAllerdings gibt der Süddeutsche zu Bedenken: Konvoi in Austria bitte nicht versetzt fahren....kostet ne Stange Geld für die Gruppe bei einer Kontrolle...
Das ist ja witzig! In Torgau werde ich auf meiner diesjährigen Reise auch Station machen! Da habe ich schon einen kleinen Campingplatz gefunden, sogar in Stadtnähe, der einen netten Eindruck macht. Ich bin gespannt, denn in Torgau war ich noch nicht.
AntwortenLöschenIch gehe ja immer nach dem Grundsatz "Meide Massen". Deshalb unter anderem bin ich auch nicht bei dem Motorradgottesdienst in Niedergründau am letzten Wochenende gewesen. Ich hoffe mal, daß bei der Ausfahrt am 2. Mai alle sich gut und artig verhalten. Da habe ich in weiser Vorraussicht die Blümchenpflückerinnentruppe gewählt.
Am 25.4. ist in Salzgitter die Gedenk-Tour, wie jedes Jahr. Da werden bei gutem Wetter wieder Tausende erscheinen. Grund genug für mich, da nur Zuschauer zu sein. Mit so vielen Massen stop-and-go durch die Stadt zu trödeln ist absolut nicht meins. Aber Dabei sein und Spenden da lassen, das krieg ich dann doch noch hin ...
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