Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 2. Mai 2016

29.4.2016 Winterfrühling

Am 29. April gönnte ich mir eine Feierabendrunde. Es sah so aus:


Der Frühling war da, aber die kalten Tage vorher zeigten den Harz in weißer Hülle. Der Brocken hatte Schnee!

Ich hatte keine feste Route geplant, ließ mich treiben.

So fuhr ich einen Weg, den ich schon immer mal ansteuern wollte. Mit einer Tourermaschine solche Wege, das hat was. Im ersten Gang mit ohne Gas geben, tuckerte ich, polterte ich, klapperte ich dort entlang, bis zum Ende.

Ellie auf festem Untergrund abgestellt, Motor aus - eine heilsame Stille. Nur eine energische Feldlärche trällerte über uns ihren Revieranspruch.

Ein typischer Wirtschaftsweg, wie sie mich neugierig machen - ab und an sind die Platten gebrochen und stehen schräg hoch. Das ist nichts für die gebückte Fraktion ... das ist was für Geisteskranke Individualisten wie mich



Der Spruch: "Den Kopf frei fahren" hat Wahrheit. Aber ich brauche im gleichen Zuge genügend Tourenpausen, um "die Seele nachkommen zu lassen".

Wo ging das besser als hier an diesem abgeschiedenen Ort.
Ich KANN durchaus weitere Strecken abreißen, ohne das mich das über Gebühr stresst. Das hatte ich die letzte Zeit auch sehr oft gemacht. Aber dadurch ging mir irgendwie der Spaß am Touren verloren.
Zurück zu den Wurzeln also. Gemütliche Touren, nur Ellie und ich. Ich bin und werde niemals ein Rudelfahrer sein. Selbst zu Zweit ist mir das stellenweise zuviel. 

Bei der Rückfahrt auf die Straße nach Vienenburg begleitete mich ein Feldhase ein Stück weit, bis er sich auf das braungraue Feld duckte und für mich fast unsichtbar wurde.
Auch ein Rehbock beäugte mich aus sicherer Entfernung. Als er merkte, das ich keine Gefahr darstellte, verschwand er mit heftigem Kopfschütteln und einem fast schon arrogentem Hüftschwung in einem kleinen Wäldchen. Poser ...

Fazit:
Alleine cruisen bringt mich wieder in Kontakt mit mir selber. Das ist wichtig für mich. Ich brauche das, und das tut mir einfach gut.
Ruhig und innerlich stimmig traf ich zuhause ein, putzte den Rapskäfer- und Fliegendreck in aller Ruhe von Ellie ab, und kam durch dieses "Hufe auskratzen" wieder runter vom Adrenalin.

Mein Job ist mittlerweile so stressig, und ich bin tagtäglich mit sovielen Menschen umgeben, dass diese Singeltouren eine echte Therapie zum runterkommen für mich sind. Das Jahr ist noch lang, und beruflich wird es sich nicht beruhigen. Gut, das ich jetzt weiß, was mir gegebenenfalls eine seelische Hilfe ist!





1 Kommentar:

  1. Nein, ein Rudeltier bin ich nicht, aber gelegentlich, da treibt es mich dann doch in die Gesellschaft anderer. Ich kann Dich da gut verstehen.

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