Das Wetter sah gut aus - blauer Himmel, Sonne strahlte, aber die Autoscheiben waren noch befroren.
Ich gab den Witterungsbedingungen eine Chance und fuhr erst einmal in die Stadt, da waren noch ein paar Stationen abzuklappern ... nicht für mich ... aber typisch Frau, Möbel gucken geht IMMER, auch wenn man selber grad keine benötigt!
Dachkonstruktion eines Möbelhauses ... das Kawasaki-Grün kam richtig gut rüber und wurde natürlich sofort als Blogwürdig fotografiert ...
Interessante Einrichtung - eine nette Alternative zum ewigen Biker-Schwarz ... aber diese Möbel wurden dann doch nur auf dem Foto verewigt ... wirkt ein wenig ZU verspielt ...
Einige gute Ideen im Kopf, verließ ich dann die Möbelmeile. Mittlerweile wärmte die Sonne grandios, und das berüchtigte Handkribbeln und Gehirnsausen setzte bei mir ein: "Los - ab nach Hause - ich will jetzt FAHREN!"
Als ich mich zuhause in vielfache Schichten Winterwäsche plünnte, wurde es draußen immer wärmer. In Rekordzeit (unter 30 Minuten!) stand Ellie vor der Garage, und ich in Vollmontur daneben.
ENDLICH ging es dann los. Und da merkte ich etwas, was mir nie vorher so gegangen ist - heute war ein Buttertag. Ein Tag, der einfach von Anfang an wie geschmiert zu laufen schien. Ich war total locker und entspannt beim Fahren (ich bin nur zickig, bevor es losgeht - echt!). Ich hatte die Körperkoordination total intus. Popometer perfekt - einmal mit der Pobacke zucken, und die Kurve ging klasse an. Ein Hoch auf meine Reitervergangenheit - das Thema Gewichtsverlagerung ist keine bloße Theorie für mich!
Die Tour ging erstmal Richtung Neuerkerode. Dann rechts ab, Richtung Asse. Ab und an schaute ich in den Rückspiegel - aber ich war so locker und entspannt.
Über kleinere Dörfer fuhr ich dann die langgezogene Straße zur Asse hin - da lief von rechts auf einmal ein Feldhase im Zickzack-Kurs über die Straße, genau vor meine Reifen. Leichtes Abbremsen, kurzes Gemecker mit mir selber (ich hätte den Hasen sicher bemerkt, wenn ich nicht grad nach hinten in den Rückspiegel geschaut hätte).
Wieder eine Erfahrung mehr.
Über Groß Vahlberg und Klein Vahlberg klapperten wir den Hügel anwärts, fuhren um die Kurve ... und eine grandiose Fernsicht auf den Harz ließ mich in den Helm brüllen. Geil Geil Geil - was für ein Licht!
Weiter ging es, auf gewohnter Strecke meiner Hausrunde. Ich war richtig mutig - ich drehte am Gas, und fuhr für meine bisherigen Verhältnisse sehr zügig. Ich kam mir an diesem Tag vor wie "mit Ellie verwachsen". Ab und an streichelte ich ihren Tank ganz verschämt - einfach, weil ich mich so glücklich fühlte, weil es so gut lief, weil SIE so gut und zuverlässig mit mir unterwegs war. Kurven liefen Eins A, kein Gezitter, ganz ruhig ohne Verkrampfen ging das ab.
Ich war randvoll mit Glücksgefühlen und hatte einen Schweinehunger, als wir auf meinen Stammrastplatz, die Anhöhe bei Seinstedt, fuhren.
Nach einer Müsli-Schnitten- und Raucherpause fuhren wir weiter. Durch Hornburg und links am Edeka vorbei, Richtung Osterwiek.
Die Fallsteinklippen schienen so nah, als würde man sie anfassen können. Und als wir dann durch Lütgenrode durch waren, auf die Anhöhe fuhren, und der Harz vor uns lag, war es genauso - Brocken noch voller Schnee, total klare Luft, und kühler, sehr viel kühler als bei mir zuhause. Dabei waren das gerademal 50 km Unterschied.
Die Eisdiele "Eis Ecke" in Vienenburg war das Tourziel. Wegen des tollen Wetters war dort ein heftiger Betrieb. Alle Tische, fast alle Plätze, besetzt. Wie schön, das ich jemanden zum Anstellen schicken konnte, während ich mich gemütlich in die Sonne flegelte. Ein Stuhl wurde komplett vollgeplünnt mit unseren Motorradsachen.
Andere Moppedfahrer waren auch dort, aber die sahen keinen Furz superglücklich aus. Eher verkniffen, und alltagsgrummelig. Mir absolut unverständlich - bei DEM Wetter, und sie waren doch Motorrad GEFAHREN! Das ist doch allemal der Grund, ständig durch die Gegend zu grinsen!
Es ist endlich Frühlingswetter, ich hatte eine supergeile Tour, dazu noch ein Eis und einen genialen Latte Macciato - das Leben ist einfach perfekt - grinsekeksglückliche Heike!
So saßich also dort, hielt mein Gesicht in die Sonne, genoss das Eis, den Kaffee und Latte Macciato ... ja, ich war einfach total happy und entspannt.
Mein Stammkunden-Status sorgte für Schmunzeln - aber wenn ich da in der Saison auch fast jeden Abend bin, werde ich halt mit Namen begrüßt ... (aber vielleicht auch deshalb, weil ich immer SOOO glücklich und grinsekeksig bin, vielleicht erinnert man sich da gerne an einen Gast).
Dann holte ich mir den Toilettenschlüssel, quasselte noch eine Runde mit Chefin und Chef von der Eisdiele (süß, die haben mich sofort wiedererkannt, wünschten mir noch Frohes Neues Jahr und eine tolle Saison - fand ich sehr lieb), und so konnte es also mit leerer Blase und bester Stimmung wieder zurück gehen.
Und bei den geraden Strecken zwischen Stötterlingen und Hornburg wurde ich dann mutig. Ich wollte mal gucken, was geht - und Ellie machte mit. Höchstes war 135 km/h gewesen. Wie in der Fahrschule damals: Kopf runter, Augen gerade aus, und Gashahn auf. Wow.
Das kesselte vielleicht !!!
Wie gesagt - es war ein Buttertag. Alles lief. Alles als Einheit (nur mehr Fotos hätten sein können, aber das ist eben meine Bloggerseele, die da noch etwas zu nölen fand).
Wir fuhren über die kleinen Dörfer nach Wolfenbüttel zurück. Ein kurzer Schlenker in die Cranachstraße - die Werkstatt von Fritz zeigen. Der Gute war unterwegs, ein Schild hing an der Werkstatttür.
Klar ... es war Sonntag nachmittag, knapp 17 Uhr durch. Da darf auch der beste Schrauber von allen mal Feierabend und Wochenende haben !!!
Weiter über Ahlum, Adenstedt, den Doppelkreisel hinter Sickte, und dann doch nochmal rein nach Braunschweig - bei POLO noch einen Tour-Ende-Kaffee trinken. Auf der Stadtautobahn lief Ellie wie geschmiert. Und ich klebte da auf dem Sitz wie angegossen. Keine Angst mehr, weil ich mich vorher ja schon auf über 130 km/h getraut hatte.
Grinsekeksig kam ich bei POLO an. Die Armen dort hatten langen Sonntag, und der hatte sich wieder einmal nicht wirklich für das Geschäft gelohnt. Trotzdem waren die Angestellten supergut drauf, trotzdem waren sie nett und freundlich. Obwohl da etliche gewesen waren, die blöde Sprüche gerissen hatten (draußen bestes Wetter, und ihr müßt arbeiten? ).
Wir ließen sie dann in Ruhe feierabenden, und ich fuhr noch eine kleine Runde durch die Stadt, Richtung Querum. Ich hatte einen monstermäßigen Bärenhunger.
20 Sekunden später war die Pizza verschwunden!
Um 19 Uhr waren wir wieder zuhause.
Ich putzte Ellie wie gewohnt über, schaute nach dem Rechten, puhlte einige Fliegen (das die jetzt schon unterwegs sind, die blöden Drecksviecher!) aus ihrem Kühler, und lag um 20 Uhr müde, zufrieden und glücklich im heißen Badewasser.
Was für ein Tag.
Was für eine flüssige Tour.
Und der Frühling kommt. Die Vögel gröhlen sich jetzt morgens die Seele aus dem Leib, die Temperaturen werden milder. Die Motorrad-Events häufen sich.
Und die nächsten Touren sind schon geplant. Je nach Wetter kommenden Samstag und Sonntag.
Ein perfekter Sonntag :)
AntwortenLöschen:-) Ja, liebe Irina - genau so war es - und das schönste: das kam alles Stück für Stück und ergab am Ende des Tages ein wunderschönes Herzens-Bild!
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