Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 16. September 2013

14.9.2013 - neuer Reifen

13.9. - Fritz, mein Hausschrauber, kam am Nachmittag und holte Ellie ab. Der Hinterreifen war jetzt mehr als platt nach einer Woche "Standzeit" ... die böse Schraube zeigte also Wirkung ... wie gut, dass Ellie einen Hauptständer hat, so konnte ich die Hinterradfelge entlasten! Da das Wetter die letzten Tage sehr mies gewesen war, und ich sowieso nicht hätte fahren wollen, war meine Zwangspause nicht ganz so arg gewesen wie erwartet.
Und immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt über den Harz ein Unwetterchen daher ... hach ... und man vermißt das Fahren irgendwie gar nicht bei Temperaturen um die 10° ...

Nur zwei Stunden später nach der Abholung kam der Anruf "Ellie ist fertig, kannst sie holen!"

Und da stand sie. Frischer neuer "Schuh".
Ich hielt mit Fritz noch ein Pläuschchen und schaute mir Videos am PC von seiner letzten Enduro-Trainingszeit im Gelände an (Fritz hatte sich mal eine Helmcam ausgeliehen - juijui, Enduro fahren hat was wildes, total cool!).

Ellie allein nach Hause fahren, das war schon was für mich ... Wäre etwas gewesen, hätte ich Fritz von unterwegs noch einige Zeit erreichen können ... er hatte mir im Vorfeld angeboten, Ellie "einzufahren", aber das wollte ich dann doch allein hinkriegen. Unsicherheit hin oder her - mir war nach "Eigenerfahrung". Ich kleines Revoluzzerkind, ich ;-).

Fritz gab mir noch letzte Instruktionen, wie ich mit dem neuen Hinterreifen verfahren sollte. Er war vorher so nett gewesen und hatte mir die "Wachsschicht" abgewischt.

So fuhr ich also vom Hof. Immer schön vorsichtig. Als der Reifen dann warm war, legte ich mich schon ein wenig mehr in die Kurven. Ellie fährt sich jetzt etwas anders. Irgendwie graziler, feiner. Ich vermute, der alte Reifen war doch etwas eckig gefahren gewesen ;-).
Für morgen war schönes Wetter angesagt, zumindest am Vormittag. Da wollte ich dann noch einige Kilometer machen!


14.9.

Morgens um 9 Uhr ging es los. Ich rüschte Ellie auf (d.h. ich packte ihre Hecktasche voll), weil ich in Seinstedt frühstücken wollte. Allerallerfeinstes Herbstwetter - und ohne Sturmmaske definitiv zu kalt. Ich hielt unterwegs an, und plünnte mich zurecht.



Was für ein Morgenhimmel - 9 Uhr auf dem Land! Aber die Lufttemperatur beim Fahren war deutlich herbstlich - ich mußte meine Sturmhaube unter den Helm ziehen ...



Kaum ein anderes Fahrzeug unterwegs - genauso liebe ich das!


Ich fuhr die altgewohnte Hausstrecke. Hier kenne ich die Kurven, den Straßenbelag, und ich konnte also volle Konzentration auf das Fahrverhalten legen. Der neue Reifen fährt sich wirklich anders. Gerutscht bin ich nicht - nicht einmal in Groß Vahlberg mit dem Kopfsteinpflaster. Ja, ich hatte mich tatsächlich drüber getraut. Im Vorfeld wurden mir ja so etliche Horrorstorys erzählt, was neue Reifen, wegrutschen und Unfälle anging. Das hatte mich zugegebenermaßen doch sehr verunsichert.
Umso fröhlicher war ich dann, als ich in Seinstedt ankam: alle Schwierigkeiten gemeistert! Tschakka.


Große Kulisse für die kleine rote Maschine ;-) - Frühstück in Seinstedt - rechts außerhalb des Bildes wäre der Assehöhenzug zu sehen, links dann der Brocken und im Hintergrund das heran nahende Regengebiet ...



Hinter der Maschine im Gras sitzen, in die Sonne gucken und sich einfach wieder glücklich fühlen ... Frühstück im Freien ... das wird mir hoffentlich niemals langweilig werden, das Fahren!  Und Pausieren!



In besten Händen - meine Ellie ...


Ich hatte nicht so richtig Appetit - war irgendwie fahr-hibbelig. Also gab es nur ein Brot, und dann mit Blick auf den Himmel ging es weiter. Die Wetterfrösche sollten anscheinend recht haben - über Salzgitter kam die Regenfront an. So fuhr ich also in die Sonnenfelder hinein, behielt das Regengebiet im Rücken aber trotzdem im Blick. Ich hatte mein Regenzeug nämlich mal wieder zuhause gelassen. Na immerhin war mir nicht kalt - mit mehreren Schichten Funktionskleidung und dem Winterfutter in der Jacke.

Um die Uhrzeit war über Land kaum etwas los. Dafür massenhaft dreckige Straßen: die Traktoren schmissen mit ihren Stollenreifen die ganze fette Erde wegen der Maisernte auf den Belag. Hier nachts oder bei Regen zu fahren, wäre dann lebensgefährlich: Schmierseifenfeeling ...

Da ich meinem neuen Hinterreifen jetzt doch noch einige Schräglagen zumuten wollte, fuhr ich über Jerxheim Bahnhof die Serpentinen hoch.











Ich war ganz brav und fuhr wirklich 30 km/h


Die Fernsicht an diesem Herbstmorgen war einfach grandios. Klare Luft, dazu auf der einen Seite stahlblauer Himmel, während von der Wetterseite her dramatische schwarze Wolkentürme näher rückten. Also fuhr ich wieder nach Hause zurück.

Eigentlich wollte ich noch die Harley-Open-Days in Braunschweig besuchen. Aber wie vorausgesagt, öffnete der Himmel die Schleusen und um 13 Uhr war ich nach einer kurzen Innenstadtfahrt so nass, dass ich keine Lust mehr hatte und zurück zur Garage fuhr.

Hier putzte ich gemütlich eine Stunde, bis Ellie wieder blitzeblank war. Der Reifen sieht jetzt eingefahren aus, nur der Randstreifen könnte noch etwas matter werden. Aber ich bin zuversichtlich - das kommt noch :-).


Fazit:

Heute 100 Kilometer gefahren. Am Anfang ging es noch verkrampft ab, aber wenn ich nicht drauf achtete, fuhr ich eigentlich wie immer. Der Popometer funktionierte auch mit dem neuen Hinterreifen wie gewünscht, und da ich eh kein Sportheizer bin, war die heutige Tour für mich Reifen-Einfahrneuling gut zu schaffen gewesen.
Die Schraube hängt übrigens zuhause am Bilderrahmen ;-). Sie ist total rostig und dürfte da schon länger irgendwo auf der Straße herumgelegen haben ...  

5 Kommentare:

  1. Neue Reifen geben mir immer ein unsicheres Gefühl. Mir ist es zwar noch nicht selbst passiert, aber ich habe schon gesehen, dass sich einer dank seines neuen Hinterreifens noch beim Händler auf dem Parkplatz gelegt hat. Normalerweise schrubbe ich selbst noch an dem Reifen herum bis ich das Gefühl habe, die Schutzschicht ist weg.

    Wo hast Du den blauen Himmel bloß her? Bei uns ist es regnerisch, windig und kühl. Bei Deiner Putzorgie fällt mir ein, dass ich meine Vespa nach ihrem letzten Bad im Matsch immer noch nicht sauber gemacht habe...

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    1. Putzorgie ;-) ... Heute ist es hier grau und kühl - kein Fahrwetter. Wäre ich man gestern nachmittag noch losgedüst, aber da war ich mit dem Auto unterwegs. Einfach mal Tourist gespielt. Gegend angeschaut, bei einem Herbstmarkt kurz vor Schluß durch die Restbestände gefuttert (2 Stück Kuchen zum Preis von einem, 2 Bratwürste zum Preis von einer ... sowas mach ich jetzt öfter - das lohnt sich richtig!). Der Herbst ist da ... bei uns hier wie auf Knopfdruck. Dieses Jahr sehr gewöhnungsbedürftig, das mit den Jahreszeiten ... ZACK, Sommer... ZACK, Herbst ... hoffentlich noch einen schönen goldenen Oktober!

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