Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 6. Juni 2016

4. Juni 2016 - Das kleinste Museum, und ein riesiges Loch in der Erde

Das Wochenende war doch genial gewesen, gelle?
Fast schon ZU heiß.

Der Zettfahrer mußte am Samstag leider bis Mittags arbeiten. So kamen wir also erst in der Mittagshitze los. Das war für uns beide nicht besonders angenehm, aber wir machten trotzdem das Beste daraus.

Ich stellte fest, dass meine neue Lederjacke für die Temperaturen - zumindest beim Fahren! - perfekt ist. Die Textilhose hingegen klebte wie eine Plastiktüte an der Haut und nervte somit unheimlich. Ich krempelte sie an den Waden hoch, damit wenigstens ein wenig Luft an die Haut kam.

Wir fuhren erneut zum Huy Höhenzug, durchfuhren ihn gemütlich, und genossen dabei die herrliche Waldkühle. Die schön geschwungenen Kurven ließen sich gut fahren - es waren wenig Autos und keine Gebückten unterwegs.


Wir landeten in Huy-Neinstedt. Mir fiel - wohl auch gefördert durch die Hitze - auf, dass es dort nett zurechtgemachte "Wasserspiele" gab. Aus einer Pumpe sprudelte das Wasser in die Erde, und in einem kleinen Gartenstück blubberte Wasser aus einer Tonkugel. Warum sind Motorradsachen eigentlich fast immer überwiegend in schwarz gefertigt? Schwarz zieht die Sonne an, und das ist im Sommer nicht so klasse. Zum Glück ist wenigstens mein Helm weiß und hat ausreichend Lüftungslöcher.

Ich bog im Ort scharf rechts ab, und hielt im Schatten einer Birke an einer schmalen Straße. Der Zettfahrer schaute erstaunt. Was hat sie nun wieder, ist ihr warm, will sie abkühlen oder was?

Fast richtig geraten, Genosse!

Ich wollte ihm das kleinste Museum zeigen!

Der aufmerksame Blog-Leser weiß: hier war sie schon einmal gewesen! Klickklick! 




  
Diesmal wollte ich unbedingt hinein und erforschen, was das kleine Gemäuer in sich barg!


Das Gras vor dem Eingang war frisch gemäht, und mit ein wenig Gehirnmasse konnten wir den Zahlencode herausfinden.
 
Ich gab die passende Ziffer ein, ein Summer ertönte und mit einem verschämten "Klick" öffnete sich das Schloß.

Das war ja nett ausgedacht!



In diesen Kästen waren schwarzweiß Aufnahmen auf Glas gebannt, und wenn man hinein schaute, konnte man einen Eindruck bekommen über die Arbeit des Botanik-Liebhabers.



Minya, das würde wirklich was für Dich sein. Hochinteressant gestaltet. Auch mit Gedichtansagen aus dem kleinen, versteckt angebrachten Lautsprecher. Mit Instrumententönen untermalt. Ein wirkliches Erlebnis-Museum!






Auf einem kleinen Lesepult lag ein Buch aus, in dem es reichlich Tusche-Druckbilder von Pflanzen aus dem Huy zu entdecken gab.





Schaut mal, wie gewieft die Seiten in dem kleinen Buch verbunden sind!






Das kleine Museum ist wirklich sehr liebevoll aufgemacht und verdient Respekt und Aufmerksamkeit.
Andererseits ist es genauso wie sein Inhalt, die Pflanzenwelt: klein, versteckt, und nur Kenner schaffen es, seinen Zauber zu entschlüsseln.
Das ist nichts für Hektiker, die stets die lauten präsenten Touristenziele ansteuern.

Es hat uns beiden wirklich begeistert, was der Arbeitskreis hier geschaffen hat. Klare Besuchsempfehlung für diejenigen, die sich Zeit nehmen und etwas wirklich Nettes entdecken möchten.

Es wurde immer heißer. Das Thermometer ging an die 28 Grad.

Weiter ging unsere Fahrt. Ich brauchte eine Pause, Unmengen an Mineralwassser, und kalter Kaffee wäre auch nicht verkehrt. Da wir gerade in der Nähe waren, hatte ich auch eine Idee, wo wir das alles finden könnten.


Einkehr in der Jagdhütte, am Krummen Teich, Röderhof. In der Nähe der Huysburg. Im Schatten geparkt, zog ich mir die olle Motorradhose vom Leib. Glücklicherweise trug ich eine Caprihose drunter! Raus aus den Motorradstiefeln, rein in die Badeschlappen.
Jetzt ging es mir wieder besser!

Einen halben Liter Mineralwasser orderte ich bei der netten Chefin für mich. Ich trank den Kübel fast auf Ex aus.

Für den Zettfahrer gab es den heiß ersehnten Pott Kaffee. Er hatte keinen großen Hunger, mußte aber gesundheitsbedingt etwas Kalorienreiches futtern. Also bestellte er eine Portion Pommes. Und wunderte sich!

Die riesige Portion kam - mit Gummibärchen und Schaum-Maus extra auf einem Teller. Die Küche dachte, die Pommes wären für ein Kind. Paßte ja auch! Süßkram für mich ;-).

Ich bekam Spargel. Mjammi ... und weil ich keinen heißen Kaffee wollte, einen Eiskaffee. Schön klassisch: Kugel Vanilleeis, Sahne, Schokokrümel obendrauf.

Wir hockten im Schatten, beobachteten die Schmetterlinge und hörten den Fröschen aus dem Teich beim Singen zu. Am Nachbartisch unterhielt sich ein altes Pärchen über seine diversen Krankheiten, und mir schwante Übles in bezug auf mein Rentenalter. Also lieber jetzt alles in vollen Zügen genießen, dachte ich mir. Das Leben erst ab der Rente genießen könnte nach hinten losgehen. Sollten wir wirklich alle bis 67 arbeiten müssen, können die mich mit Rollator auf das Motorrad heben. Da wird der Duft nach Rheumasalbe durch mein Büro ziehen, und Besucher über den Beinhocker stolpern.

Die Hitze brachte meine Gehirnwindungen durcheinander. Ganz klar!

Wir rödelten uns wieder an, und dann ging es noch ein wenig weiter durch das Land. Bis hin zu einem kleinen Dörflein mit Freibad. Dort besuchten wir einen Stammtischbruder, tranken Kaffee und ich ärgerte mich, meinen Badeanzug vergessen zu haben. Das würde ich morgen aber nachholen.



Irgendwann war es Zeit zum Aufbruch, und wir fuhren wieder gen Heimat.


Kurzer Foto-Stopp am Tagebau in Schöningen. Wir bestaunten im Schatten der Informationstafel dieses riesige, sieben Kilometer lange und tiefe Loch in der Erde. 2017 soll da Schluß sein mit Buddeln. Ob daraus ein Badesee wird? Schön wäre das ja. Im Grenzdorf Hötensleben wenige Kilometer vorher war eine Tausendjahr-Feier im Gange. Massen an Menschen bevölkerten den Platz, ein großes Festzelt, Hüpfburgen und Futterbuden waren aufgestellt.
Hier am Tagebau hingegen war Ruhe und Frieden.
Krasser konnte der Gegensatz nicht sein. Fast perfekter Tourabschluß.

Ein Tankstopp am Ortseingang von  Schöningen folgte, und dann ging es durch den Elm und das Reitlingstal  zurück nach Hause.

Der Zettfahrer war begeistert. Er hatte den Begriff "Reitlingstal" schon oft gelesen, aber noch nie waren wir hier längs getourt.
Bislang vermied ich diesen Bereich nämlich. Zuviele Wochenend-Möchtegern-Fahrer, die wirklich jedes Klischee bedienen (WW, Klapphelm, BMW mit riesigen Seiten- und Heckkoffern), die sich 8 Kilometer durch die gefährliche Landschaft der umliegenden Dörfer quälen, dort oben am Tetzelstein dann gewichtig zusammenhocken und einen auf dicke Hose machen. Und später zuhause bei Muddi und dem Unterhemdträger von Nachbarn angeben, wie geil die Tour gewesen war, und was sie für tolle Helden sind ... während sie ihren Dienstwagen von VW wienern und das Cabrio-Dach elektrisch hochfahren lassen ...

Ich wünschte, das wäre jetzt nur Gelästertes von mir - aber nein, habe ich in echt so erlebt (müssen).

Gerade im Reitlingstal findet man außerdem Busse voll mit Kaffee-Tanten, Pulks von Radrennfahrern, schwerhörige Wanderer, die einfach mal so die Straße queren (helles Einzellicht kann ja nur von einer Mofa sein ...), ab und an tuckern Enten oder Rehe gemütlich über die schmalen Straßen ...

Also alles potentielle Gefahrenquellen, verteilt auf wenige Kilometer. Muß man mögen. Aber hübsch ist es dort ...





Ich fuhr dann am Sonntag Morgen um 8 Uhr nochmal dorthin. Das war schön. Keiner da. Blogbericht und Fotos folgen ;-)

Fazit:
Heiß, heißer - der Sommer ist da?
Neue Hose besorgen! Die alte Sommerhose ist irgendwie über den Winter hin kürzer geworden. Eingelaufen ...










6 Kommentare:

  1. Heiß ???? Bei uns hat es geschüttet wie ungescheit inklusive Katastrophenalarm. Da war nichts mit fahren. Seit froh, das ihr im Norden nichts davon abbekommt, was in Bayern vom Himmel fällt.

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  2. Ooh, was habt Ihr für ein tolles Wetter gehabt! Wir sind gestern dafür fast vom Blitz gemeuchtelt worden.

    Ja, dieses kleine Museum wäre wirklich was für mich! Das müssen wir mal auf die Liste schreiben, was wir beim nächsten Mal begucken müssen.

    Diese Tagebaue sind immer irgendwie unheimlich, oder? Aber total faszinierend. Mich haben die in der Lausitz auch so in ihren Bann gezogen. Da muss ich auch noch mal wieder hin.

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  3. Ich verstehe nicht, wieso ihr Frauen immer noch unter den Motorradklamotten irgendwelche Leggings oder gar Jeans tragt (jetzt schon mehrmals gelesen)... Und für solche "heißen" Tage nehme ich immer gern meine Bikerjeans...luftig und durch Protectoren doch sicher...
    Aber schöne Bilder mit frischem Grün.

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    1. Ganz einfach, Marcus: damit wir später die klebrige Hose runter bekommen bzw. bei einer längeren Pause nicht in der Unterbux stehen, wenn wir das Motorradkram ausziehen. Aber das ist so ein Frauending, glaube ich ...

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    2. Wem die Hose schon mal an der Haut festgewachsen ist, greift gerne auf Leggings zurück ... außerdem ist man direkt gekleidet, wenn man die Hose ausgezogen hat.

      Männer machen das vielleicht nicht, weil es einfach Kacke aussieht, wenn sie in Leggings vor'm Zelt stehen ... *gröööööhl* ...

      Ich persönlich ziehe tatsächlich gerne Jeans drunter. Allerdings habe ich eine ganz enge, ganz dünne (um nicht zu sagen 'fadenscheinig') stretchige, das geht super :-)

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  4. Wow, was für ein Wetterchen. Bei uns war/ist es zwar warm, aber Gewitter/Regen/Hagel und Sonnenschein wechseln sich ab. Ich mache es in den heißen Tagen eher wie Markus und fahre in meiner Protektoren-Jeans. Leder oder Plastik ist mir einfach zu klebrig und mit einer Loggins drunter wird's dann noch wärmer.

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