Ellie und ich

Ellie und ich

Montag, 1. Juni 2015

Himmelfahrt - Teil Zwei: Von einem Fest zum nächsten, und ein verwegener Plan

16.5.2015

Nach einer Nacht im Zelt bei kühlen 5 Grad Bodentemperatur kann ich vermelden: dickes Fleece-Inlet im Schlafsack und dünneres Inlet über den Schlafsack gezogen ist wirklich warm genug. Der Schatten des Baumes hinter mir hielt lange genug an, dass ich gegen 9 Uhr halbwegs in das Land der Lebenden zurückkehrte.

Neben mir kruschtelte und lachte es. Mein Nachbar und seine Tochter machten sich frühstücksbereit. Ich steckte verschlafen den Kopf aus dem Zelt - oh, alle schon vorne beim Frühstück, jetzt aber schnell!

Ich goß mir aus der mitgenommenen Wasserpulle eine passende Menge in den kleinen Teekessel, heizte den Propankocher an und wartete. Das Mädel schaute interessiert zu. "Was macht die Frau da, Papa?" fragte es den Erzeuger. "Ich mache mir mein Zahnputzwasser heiß - ich hasse kaltes Wasser zum Zähneputzen!" war meine Antwort, die auf große Zustimmung stieß.


Hier gehen laut Hersteller 900 ml Wasser hinein - klein und leicht ist der Kessel, das Wasser wird schnell heiß und er paßt ohne Probleme hochkant in den Tankrucksack 


Der kleine Kessel erfüllte seinen Zweck innerhalb kürzester Zeit, und ich konnte den muffigen Geschmack aus dem Mund verbannen. Mit der Zahnbürste im Mund stand ich vor dem Zelt und  kleckerte ich mich fröhlich voll mit Schaum, aber auch das gehört irgendwie zum Zelten dazu ... Noch kurz das Gesicht mit Wasser erfrischt, war ich bereit für das Frühstück.

Es gab genug auch für die Spätaufsteher. Sogar gezuckerte Cornflakes waren da, und heute aß ich die auch mal. Frühstück im Freien, verkaterte aber fröhliche Gesichter überall - die ersten Genossen weilten schon wieder an der Bierbude (oder immer noch?), das Feuer rauchte schon wieder munter vor sich hin - kurzum: eine tolle entspannte Stimmung und ich hatte noch weniger Meinung, den Festplatz zu verlassen.

Gegen Mittag bezog sich der Himmel und es stippelte ein wenig. Da hatte ich schon das Gepäck auf Ellie gerödelt und stellte wie gewohnt fest: irgendwie ist es über Nacht mehr geworden ... das kleine Klappzelt ist für kurze Aufenthalte perfekt. Wenn man kapiert hat, wie sich die Stangen wieder einklappen lassen und nicht hilflos daran herumbiegt, bis es knackt ... Danke an Peter, den Freebiker aus Magdeburg, der mir dann geduldig zeigte: "Hier musst du dran ziehen, an den Nippel ..." und zack - klappte die Stange ein.
Daran werde ich mich sicher noch oft austoben - und irgendwann klemme ich mir dabei auch nix ein.



Sieht nicht mehr ganz so ordentlich aus wie bei der Anfahrt ...


Ich verabschiedete mich schweren Herzens von vielen Gästen und dem Team. War echt superschön gewesen bei euch!

Ein besonderes Highlight wartete schon am Eingang des Festplatzes!





Ein Korso von mehreren Dutzend Gästen sollte mit einer typischen Grenzkontrolle überrascht werden. Na, die würden Augen machen!!!

Im Nieselregen tuckerte ich Richtung Heimat, und kurz vor Osterwieck begegnete mir der Trupp. Grinsend grüßte ich sie, denn ICH wusste ja, was sie erwarten würde.
Ich hörte später, dass alle Anreisenden schwer begeistert gewesen waren über diesen Joke!

Zuhause angekommen, zäumte ich alles notwendige Gepäck so gut es ging ab, duschte und hübschte mich, und dann fuhr ich mit der Orange zu den Adlern. Ich hatte nur wenig mehr Regen abbekommen, und Ellie war zwar etwas nass geworden, aber der Dreck hielt sich in Grenzen! Da ich nachts nicht gerne Motorrad fahre - und ich wußte, ich würde sehr spät nachts nach Hause kommen - wählte ich lieber die Dose.



Sie waren schon in bester Stimmung, die vier Jungs aus Thüringen!
Der Tresen war voll belegt und der Gasthof sehr gut besucht. Später zogen wir um in einen Nebenraum und Onkel Uwe unterhielt mit seinem Humor sämtliche Anwesende aufs Beste. Herrlich!







Das Essen im Lindenhof war ein Gedicht. Satt und zufrieden war die Stimmung allerbest und ich glücklich über diesen schönen Tagesabschluß! Und hier überlegte ich dann auch, dass ich morgen früh die vier Adler bis nach Wernigerode bringen würde. Als Roadcaptain!
Vier dicke VN im Schlepp, das ist ja wie auf der Elbe - kleines Führschiff vorneweg und hinten dran die dicken Pötte!
Na DAS wird ein Spaß!


Gute Nacht, gute Nacht, schlaft schön und bis morgen!

2 Kommentare:

  1. Na dann...Schlepper ahoi!...
    Was macht denn Deine Gepäckaufhängung? Alles noch zusammen? Sieht wirklich ein bisschen überladen aus die gute Ellie...;-)

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  2. Sieht nur so aus, weil das Motorrad so klein ist. Der Schlafsack allein sieht ja schon so unförmig groß aus! Mal gucken, das ich nächstes Mal den anderen Kompressionssack nehme ;-)
    Die Gepäckaufhängung hält zusammen, da ist nichts weiter gerissen oder sonstwie "ausgeartet". Im Winter wird das alles neu zusammen gebracht - ich werde einen Schmied beauftragen, dass der das Rohrsystem "zurecht dengelt" ;-)

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